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2. Life/Work Planning Seminar -
ein persönlicher Erfahrungsbericht

  Ich habe das Life/Work Planning Seminar besucht und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es sich gelohnt hat.

Im April 2006 besuchte ich das Life/Work Planning Seminar in der Silberlaube der FU Berlin. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht so richtig in welche Richtung ich mich mit meinem abgeschlossenen Geographie-Studium bewegen sollte. Und wie es für solche Unentschlossenen wie mich auf dem Arbeitsmarkt aussieht, brauch ich hier nicht weiter zu erläutern. Jedenfalls hatte ich im April 2006 das Gefühl mit meinen Abschluss unterm Arm vor einem riesigen Wegweiser zu stehen, der in tausend Richtungen zeigte und ich sollte mich nun entscheiden, welche Richtung ich einschlagen will und dies immer mit dem Hintergedanken, einen wichtigen Grundstein für die weiteren Arbeitsjahre zu legen. Aber wie soll man sich da entscheiden, wenn man nur ungefähr seine Interessen, Stärken oder Fähigkeiten kennt? Und auch eine weitere Frage schlummerte in mir, sollte ich vielleicht mein Hobby zum Beruf machen? Wie oft hat man darüber schon gelesen oder selbst im Bekanntenkreis erfahren, dass dies möglich ist. Fragen über Fragen... und (man mag es glauben), es gab für mich Antworten. Oder anders ausgedrückt, der Wegweiser hat sich deutlich gelichtet.

2.1 Der Trainer

clipart business coach Jede Aufgabe, die im Seminar erarbeitet wird, wird durch den Trainer mit einer genauen Zeit vorgegeben.

Unser Trainer während der 12 Tage war John C. Webb. John Webb ist durch Richard N. Bolles offiziell ausgebildet und hat seit Beginn seiner Trainertätigkeit von 1990 ab mehr als 216 Life/Work Planning Kurse gehalten. Diese Vielzahl an Kursen bürgt einen großen Erfahrungsschatz, aus dem John Webb mit genügend Beispielen von anderen Kursen auf humorvolle Art und Weise aufwarten kann.

Während der gesamten Zeit des Seminars wurden wir vom Trainer weder manipuliert noch in eine bestimmte Richtung gelenkt. Das ist nicht die Aufgabe des Trainers sondern deine eigene!

2.2 Die anderen Kursteilnehmer

clipart participantUnserer Seminargruppe war vom Alter, der Ausbildung und dem gegenwärtigen beruflichen Stand bunt durcheinander gewürfelt. Unter uns waren Juristen, Germanisten, Informatiker, Politikwissenschaftler/VWLer, Lehramtabsolventen, Erzieher und Designer, um nur einige zu nennen. Einige Mitstreiter standen kurz vor der Beendigung ihres Studiums, ein großer Teil befand sich zwischen Ausbildung und beruflicher Orientierung und andere standen schon fest im Berufsleben, viel zu fest, was nach Veränderung verlangte. Der Großteil der Teilnehmer kam aus Berlin. Die anderen verstreuten sich von Freiburg, Dresden bis Kiel.

2.3 Der Seminarablauf

Wie anfangs erwähnt zielt der Kurs darauf ab, das eigene Profil zu finden und auch die Ausrichtung der persönlichen Interessen in Bezug auf das neue Berufsleben, eingeschlossen das Umfeld in dem man sich wohl fühlen könnte. Am ersten Tag bekam jeder im Seminar eine schriftliche Arbeitsanleitung mit der begleitend die gesamte Zeit über gearbeitet wurde. Weiterhin wurde jeder während dieser Zeit angehalten sich vieles schriftlich zu erarbeiten, so dass wir zum Schluss alles auf Papier vor uns liegen hatten. Das ist auch für den späteren Verlauf wichtig, wenn du deine Entscheidungen noch einmal nachvollziehen willst. Neben der schriftlichen Erarbeitung des Profils stehen auch noch Diskussionsrunden, Kleingruppengespräche und Rollenspiele auf dem Programm. Was jetzt sehr streng und unlustig klingen mag, erweist sich als viel Spaß. Einige Kursteilnehmer meinten am Ende, lange nicht mehr so gelacht zu haben. Am Anfang des Kurses sprachen wir kurz die Bedenken an, die die einzelnen Teilnehmer an das Seminar knüpften. Einige schrieben auf, Bedenken zu haben sich vor der Gruppe bloß zu stellen oder gar sich zu blamieren. Dieser Punkt stand auch auf meiner Bedenkenliste, wobei ich hier klar sagen kann, dass zu keinem Zeitpunkt sich einer in der Gruppe unwohl oder "vorgeführt" fühlte. Auch alle weiteren Punkte auf meiner Liste konnte ich unmittelbar am zweiten Tag getrost über Bord werfen, wie zum Beispiel das anfängliche Gefühl von Psychoanalyse oder Gehirnwäsche im Kreise anderer Leidtragender. Und spätestens nach dem Ausgehtag war ich von Life/Work Planning überzeugt.

2.4 Der Start

Beginnend mit den eigenen Erinnerungen aus früheren Zeiten (in Form von Erlebnisberichten) arbeitet man sich zum Hier und Jetzt und darüber hinaus zu dem Szenario wie dein Leben in ca. 10 Jahren mal aussehen könnte. Hierbei kam der Schaukelstuhltest in Spiel, in dem man sich fragen sollte, was man denn erreicht hat im Leben, wenn man alt und faltig im Schaukelstuhl sitzt und über das eigene Leben sinniert. Sollte man da nicht mit dem was man beruflich ausgeübt hat zufrieden sein?
Wohl denn! Bis dahin hatte ich mir die Frage so noch nicht gestellt und auch während meines Studiums kam diese Frage nie auf, auch wenn sie sehr banal klingen mag.

Im Laufe der 12 Tage, die ich dem Seminar beiwohnte, musste ich zu meiner Überraschung feststellen, dass meine Fähigkeiten und Interessen mir einen beruflichen Weg zeigten, den ich für mich eher ausgeschlossen hatte. Es macht auch einen riesigen Unterschied, ob man seine eigenen Fähigkeiten und Interessen nur ahnt oder ob man sie Schwarz auf Weiß vor sich liegen hat. Es macht auf jeden Fall ein sicheres Gefühl. Und was kann man nicht alles mit einem starken Willen bewegen. Bekanntlich ganze Berge!

2.5 Die Eigenen Potentiale

Wegweisend für die Jobsuche ist es, dass du deine Stärken, Interessen und Wertvorstellung auch klar äußern kannst. Demzufolge arbeitest du systematisch allein aber auch in der Gruppe an der Herausstellung dieser Punkte. Mehrere Teilnehmer im Seminar waren gänzlich überrascht von sich und ihren Ergebnissen, andere fühlten sich wiederum sehr bestärkt von dem was sie zum Schluss auf Papier vor sich hatten. Hierbei spielten die Sichtweisen der anderen Kursteilnehmer auf die einzelne Person auch eine entscheidende Rolle. Es ist wichtig zu wissen, wie dich fremde Personen sehen, welche Fähigkeiten ihrer Meinung nach in dir stecken. Anhand der Gruppenarbeiten und Diskussionsrunden traten bei mir Fähigkeiten zu tage, die ich bislang nicht als hervorragend oder erwähnenswert einschätzte.

2.6 Der Ausgehtag

Ein weiterer Punkt im Seminar ist auch, dass du erkennst, dass es keine unüberwindbaren Schranken gibt, wenn du dich auf den Weg der Informationsbeschaffung begibst und ohne Voranmeldung in Firmen oder Instituten auftauchst um Informationen zu bekommen.
clipart interview Diese Erkenntnis bekamen wir bei dem "Ausgehtag" vom Seminar. Da ich nicht der Typ für solche Experimente bin, bzw. war, fühlte ich mich anfangs nicht wesentlich wohl bei dem Gedanken 6 Informationsgespräche mit fremden Menschen zu führen, nur mit der Absicht sie nach ihrer Berufentscheidung und den positiven und negativen Seiten ihres Berufes zu befragen. Aber selbst ich wurde von dieser Methode überzeugt. Der Tag gestaltet sich so, dass man zu zweit einige ausgewählte Personen ohne Voranmeldung besuchte und sie zu ihrem Beruf befragte. Um hier ein wenig die Angst zu mindern, kann ich sagen, dass dies mit genügend Vorbereitung im Kurs geschieht. Es war aber für den weiteren Verlauf des Seminars und darüber hinaus für alle Teilnehmer eine wichtige und erfolgreiche Erfahrung. Viele Kursteilnehmer führten auch noch nach dem Seminar freiwillig Ausgehtage durch.

2.7 Dankeskarten

Nach Informationsgesprächen, egal ob zur eigenen Übung oder schon zum konkreten Berufsfeld, ist es wichtig kleine Bedankungskarten zu schreiben. Das Schreiben der Karte sollte unmittelbar nach dem Gespräch erfolgen. Eine Woche später verfehlt die Geste oft schon ihren Zweck. Bedankungskärtchen als Ausdruck von Freundlichkeit und gleichzeitig als kleine Erinnerungsstütze an sich und das Gespräch. Dieser Punkt ist auch im Buch von Richard Bolles festgehalten (Kapitel 9: "Schreiben Sie einen Dankesbrief" (S.212)).

Meine erste Bedankungskarte habe ich unmittelbar nach dem Seminar verschicken können, wobei das Aussuchen der Farbe von Kärtchen und Umschlag länger dauerte als das Schreiben der zwei Zeilen, in denen ich mich für das interessante Gespräch bedankte.

2.8 Abschluss

Am Ende des Seminar "schnürst" du dir dein persönliches Paket, dass du dir in den 12 Tagen erarbeit hast. Hier kommen deine Fähigkeiten, Interessen, Wertvorstellungen und Vorstellungen über deine Arbeitsbedingungen hinein. Und zusätzlich im Gepäck sind all die Berufsvorschläge, die die anderen Kursteilnehmer in dir sehen. Alles zusammen ergibt dann dein persönliches Profil an dem du auch nach dem Seminar noch weiter arbeiten kannst.

2.9 Umsetzung in der eigenen Jobsuche

Der Kontakt zu den Kursteilnehmern und zum Trainer ist mit dem letzten Tag des Seminars aber nicht vorbei. Es werden nach dem Kurs einige Treffen im Abstand von mehreren Monaten anberaumt, wobei zwischendurch auch ortsgebundene Kleingruppentreffen stattfinden können. Weiterhin besteht die Möglichkeit sich durch einen selbst gewählten Kursteilnehmer im Nachhinein coachen zu lassen. Hierbei wird aber jedem freigestellt inwieweit er den Kontakt im Nachgang intensivieren möchte. Erfahrungsgemäß ist es aber sehr motivierend, den Kontakt weiter aufrecht zu halten und sei es nur um Rücksprache halten zu können inwieweit die anderen Teilnehmer mit der Umsetzung von Life/Work Planning vorankommen.
Abschließend bekommt jeder eine Teilnahmebescheinigung übersandt.

Rückblickend verstehe ich L/WP als ein wichtiges Instrument in der eigenen Bewerbungsstrategie, dass man individuell einsetzen sollte um seine persönlichen Ziele im Berufsleben, aber auch im privaten Bereich zu erreichen.

Sandy Schiffner, Potsdam im März 2007

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last update: 25 August 2016
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